Maßnahmen

Durch die Umsetzung von konkreten Maßnahmen wird die Strategie Gemeinsam Digital: Berlin mit Leben gefüllt, die digitale Transformation und Daseinsvorsorge vorangebracht und ein Kulturwandel in der Verwaltung gefördert. Die Maßnahmen machen die Smart City sichtbar, helfen Prozesse besser zu verstehen und die Transformation Schritt für Schritt zu realisieren. Die Strategie bietet hierfür einen methodischen Rahmen, der zugleich gewährleistet, dass einzelne Maßnahmen zusammenwirken und voneinander lernen können. Innerhalb der Berliner Verwaltung fördert GD:B das gemeinsame Arbeiten über Ressorts und Ebenen hinweg. Ebenso wird in der Strategie die Zusammenarbeit zwischen der Berliner Verwaltung und der Stadtgesellschaft vorangetrieben und bereits in ersten Maßnahmen erprobt. So kann aus noch isolierten Vorhaben nach und nach ein integriertes Ökosystem entstehen.

Im Rahmen der umfassenden Beteiligungsprozesse während der Strategieentwicklung wurde deutlich, wie viele Akteur:innen bereits heute daran arbeiten, Berlin mit digitalen Mitteln nachhaltiger, resilienter, kooperativer und gemeinwohlorientierter zu gestalten. Es wurden nicht nur zahlreiche Ideen und bereits laufende Vorhaben identifiziert, sondern auch der Bedarf einer zentralen Koordinierung und Steuerung sichtbar. Daher finden sich in der Strategie drei Typen von Maßnahmen. Sie unterscheiden sich durch die verantwortlichen Akteur:innen der Umsetzung:

Verschiedene Maßnahmentypen

  • Ein Wildschein hechtet mit einem Telefonhörer eines Schnurtelefons im Maul nach links. Ihm folgen zwei Frischlinge. Eine fliegende Gießkanne mit Sensorik gießt einen Schwall Flüssigkeit aus.

    Zentrale Maßnahmen

    werden vom Chief Digital Officer des Landes Berlin, dem Staatssekretär für Digitales und Verwaltungsmodernisierung (CDO / StS D) verantwortet. Sie zielen darauf ab, in technischer, prozessualer und organisatorischer Hinsicht die Grundlagen zu schaffen, um unterschiedliche Akteur:innen der Stadt bei der Durchführung ihrer Vorhaben zu unterstützen. Sie basieren zusätzlich auf den Vorarbeiten der Digitalstrategie, die nach der Fusionierung beider Strategieprogramme mit aufgenommen wurden. Zu den zentralen Maßnahmen

  • Eine Sprühflasche mit lächelndem Gesicht steht auf einer Backsteinmauer und versprüht eine gelbe Wolke.

    Dezentrale Maßnahmen

    werden von Akteur:innen der Berliner Verwaltung – Senats- und Bezirksverwaltungen, nachgeordnete Behörden – verantwortet. Sie fallen in verschiedene Fachbereiche, erfüllen mehrere Fachziele, zahlen durch ihre Umsetzung auf die Handlungsfelder der Strategie GD:B ein und orientieren sich am Wertekompass der Strategie. Weitere Akteur:innen der Stadtgesellschaft können Beteiligte einer dezentralen Maßnahme sein. Zu den dezentralen Maßnahmen

  • Eine Drohne mit rotierendem Propeller fliegt an der Oberbaumbrücke entlang and scannt ihr Umfeld.

    Netzwerkmaßnahmen

    werden von Akteur:innen der Stadtgesellschaft außerhalb der Verwaltung verantwortet, hier vor allem der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft. Die Verwaltung kann Beteiligte einer Netzwerkmaßnahme sein. Sie zahlen ebenfalls auf die Handlungsfelder ein und orientieren sich am Wertekompass. Um eine Verstetigung und Skalierung zu gewährleisten, ist eine Zusammenarbeit mit der Verwaltung zumeist sinnvoll. Zu den Netzwerkmaßnahmen

Die hier vorgestellte Auswahl an Maßnahmen ist nicht final. Es wurden im Rahmen der Beteiligungsprozesse und auf Basis der Bedarfe der Stadtgesellschaft erste Maßnahmen identifiziert, anhand derer die Governance und das Umsetzungsmodell von GD:B erprobt und eingeübt werden. Die hier vorgestellten Maßnahmen wurden ausgewählt, da für sie bereits Verantwortlichkeiten festgelegt und Ressourcen bereitgestellt werden konnten. Hier geht es zu einer Gesamtübersicht der Maßnahmen.

Die Grafik zeigt die Namen der fünf Pilotmaßnahmen um den Umriss von Berlin.

Pilotmaßnahmen

Die Maßnahmen Bürgerhaushalt und "Smarte Partizipation", "Data & Smart City Governance am Beispiel von Luftgütemanagement", "Kiezbox 2.0 – Daten in Alltag und Krise", "Smart Space Hardenbergplatz" und "Smart Water – Wasser und Stadtgrün klimagerecht gestalten" werden als Pilotmaßnahmen im Rahmen des Modellprojekts Smart City Berlin aus den Mitteln des Förderprogramms Modellprojekte Smart Cities (MPSC) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen finanziert. Gleichzeitig entwickelt die Strategie einen strukturierten, partizipativen Prozess, um kontinuierlich neue Maßnahmenvorschläge aufnehmen und bewerten zu können und über deren Umsetzung zu entscheiden.

Pilotmaßnahmen des Modellprojekts Smart City Berlin

  • Bürgerhaushalt und Smarte Partizipation

    Aktivierende, digital gestützte Beteiligungsmethoden und neue Interaktionsformen, die diskriminierungsfrei ausgestaltet werden, helfen, ein vielfältiges Spektrum an Menschen zu erreichen. Unterschiedliche, digital gestützte Beteiligungsmethoden werden in Treptow-Köpenick getestet, um die Beteiligung an der bereits schon länger existierenden Kiezkasse des Bezirks zu erhöhen. Mehr

  • 12.	Ein Rathaus, bei dem Programmiertext aus einem Fenster wie Rauch herauszieht.

    Data & Smart City Governance am Beispiel von Luftgütemanagement

    Wie können Kommunen und Technologieunternehmen beim Thema Datennutzung und -verarbeitung gemeinwohlorientiert und auf Augenhöhe zusammenarbeiten? Wie lassen sich widerstreitende Interessen an der Erhebung und Verwendung von Daten ausgleiche? Die Maßnahme entwickelt Data Governance-Konzepte am Anwendungsfall eines Luftqualitätsmanagement-Tools. Mehr

  • Eine rote Box, in derem inneren eine Batterie hängt steht aus einem gekachlten Boden. Auf der Box liegt ein an der Box festgehängter Hammer.

    Kiezbox 2.0 – Daten in Alltag und Krise

    Krisensichere lokale Kommunikations-Infrastruktur ist wichtig für die Resilienz einer zunehmend digitalisierten Stadt und stützt den Katastrophenschutz. Die Kiezbox 2.0 stellt im Krisenfall solarbetriebene Hotspots für ein öffentliches W-LAN zur Verfügung, in das sich Rettungsdienste, Unternehmen der kritischen Infrastruktur und Bürger:innen einloggen können, um zu kommunizieren und dringende Handlungsbedarfe zu ermitteln. Mehr

  • Ein rotes großes mit Wasser gefülltes Faß auf einer Plattform.

    Smart Water – Wasser und Stadtgrün klimagerecht gestalten

    Die Integration blau-grüner Infrastrukturen und weiterer Planungsaspekte kann die Auswirkungen der Klimakrise abmildern und zusätzliche Qualitäten in die Stadt bringen. Smart Water will mittels agiler Planung von Regenwasserbewirtschaftung eine klimagerechte Stadtplanung ermöglichen, die Gewässerbelastung, Hitzeinseln und Überflutungsschwerpunkte abschwächt. Mehr

  • Eine Giraffe, deren schwarze Fellteile Nullen und Einsen enthalten. Drei Personen fahren mit jeweils unterschiedlichen Elektrorollern den Hals der Giraffe hoch.

    Smart Space Hardenbergplatz

    Der Hardenbergplatz am Zoo ist ein Bahnhofsvorplatz mit hoher Nutzungsdichte. Er soll smart und flexibel – das heißt event-, tages-, wetter-, und jahreszeitabhängig – für sämtliche Mobilitätsformen nutzbar werden. Um Flächen wie den Hardenbergplatz zukünftig bedarfsgerechter zu gestalten, braucht es auch innovative, gemeinwohlorientierte Betriebsmodelle. Mehr

Entwicklung neuer Maßnahmen

Die Strategie GD:B beinhaltet bei ihrer Verabschiedung Maßnahmen, von denen erste bis Ende 2023 umgesetzt werden. Als lernende Strategie legt sie zusätzlich ein Vorgehen fest, wie neue Maßnahmen für Berlin partizipativ entwickelt und in die Strategie GD:B aufgenommen werden. Eine Online-Plattform bildet dafür den Rahmen. Diese soll als Arena der Ideen ermöglichen, Ideen, Herausforderungen und Lösungen einzureichen, die dann wiederum qualifiziert und weiterentwickelt werden können.

Die Arena der Ideen bietet allen Akteur:innen der Stadtgesellschaft die Möglichkeit, Ideen einzubringen, zu diskutieren und sie im Sinne der Strategie weiterzuentwickeln. Sie schafft Sichtbarkeit für die Vielfalt der Ideen aus der Berliner Stadtgesellschaft und liefert Akteur:innen der Smart City Berlin eine gemeinsame Plattform. Akteur:innen können Verantwortung für eingebrachte Ideen übernehmen und werden entlang ihrer Kompetenzen miteinander vernetzt. Ähnliche Ideen können so zusammengeführt und in Konsortien gemeinsam bearbeitet werden. In der Arena der Ideen können zudem Herausforderungen aus der Stadtgesellschaft eingebracht werden, um wiederum gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die Vorschläge können von allen interessierten Akteur:innen kommen, sei es aus der Zivilgesellschaft, von Startups und KMUs oder Forschungseinrichtungen.

Die Arena der Ideen bildet die Grundlage, um neue Maßnahmen in den Umsetzungsprozess der Strategie einzuspeisen. Entwickelte Ideen und Lösungsvorschläge werden so qualifiziert, dass sie als Maßnahmen ein Teil der Strategie GD:B werden. Die Auswahl der Maßnahmen erfolgt unter Berücksichtigung der Kriterien, die auf Basis des Wertekompasses entwickelt wurden (siehe Kapitel 5: Governance und Anhang). Maßnahmen können auch aus den Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen heraus entwickelt werden. Durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) [26] und das Berliner E-Government-Gesetz [37] werden von daher viele Maßnahmen im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung aufgeführt. Diese können im Rahmen der Strategie GD:B umgesetzt werden.

Illustration, die Menschen beim Diskutieren zeigt. Einige sind per Video zugeschaltet, andere sitzen auf Rängen. Im Hintergrund ist ein brennendes Faxgerät zu sehen.

Die Arena der Ideen: Neue Maßnahmen gemeinsam (weiter) entwickeln

Du möchtest dich in die weitere Entwicklung von Maßnahmen einbringen? Die Arena der Ideen unterstützt Akteur:innen der Stadtgesellschaft dabei, Ideen zu Maßnahmen weiterzuentwickeln. Die Arena ist der Ort, um sich mit potenziellen Kooperationspartner:innen zu vernetzen und über Ideen auszutauschen. Jetzt mitmachen

Die Kapitel der Strategie

Diese und weitere Inhalte findest du im Strategiepapier Gemeinsam Digital: Berlin

Jetzt hier herunterladen: Strategie Gemeinsam Digital Berlin

Hier geht es zum Anhang zur Strategie.